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3 Mrz

Sarah Hostrup für Sie in Botswana

Reisebericht Botswana

Für mich war Botswana immer wie ein Buch mit sieben Siegeln, daher war ich sehr glücklich, als es für mich im Dezember genau dorthin ging. Im Rahmen der Botswana Travel & Tourism Expo durfte ich dieses unglaublich schöne Land besuchen und hautnah erleben. Sehr nette und engagierte Menschen, freundliche und fantastisch ausgebildete Guides machten meine Reise zu einem einmaligen Erlebnis.

Die Landschaft Botswanas ist durch das Okavango-Delta und die Kalahari-Wüste geprägt und somit unglaublich vielfältig. Während meiner Reise im Dezember, also in der Regenzeit, wurde der Kalahari-Sand zu einem Meer aus Pflanzen und die Vegetation dadurch sehr vielseitig und üppig. Ich finde die Nebensaison immer klasse als Reisezeit, denn es sind deutlich weniger Touristen unterwegs, die Landschaft ist wunderschön, und die Preise sind niedrig. Besonders für Hobbyfotografen bietet diese Zeit einen besonderen Reiz, denn es gibt nichts Besseres als Gewitter auf Safari. Durch den bereits eingesetzten Regen während meiner Reise gab es für die Wildtiere überall reichlich Wasser. Somit haben wir zwar nicht massig viele Tiere gesehen, doch das, was wir gesehen haben, war wirklich bemerkenswert.

„Die Europäer haben die Uhr, die Afrikaner haben die Zeit“, wie ein Sprichwort so schön sagt. Wer schon einmal in Afrika war, kann dies nur bestätigen, und entsprechend war ich darauf eingestellt. Doch während meiner Reise war davon nichts zu spüren. Die Messe für Touristiker aus aller Welt war tadellos geplant und organisiert – das kannte ich auch schon anders aus anderen Ländern und war positiv überrascht. Während der ersten drei Tage fanden Workshops statt sowie zahlreiche B2B-Meetings.

Aufgrund ihrer Nähe zu den Victoria Fällen ist die Chobe Riverfront sehr attraktiv und die meistbesuchte Region – glücklicherweise fand die Messe genau hier in Kasane statt.

Meine Kollegin Isabel war im Mai in Botswana und schwärmte von riesigen Elefantenherden am Chobe River. Da bei meiner Reise im Dezember schon der Regen eingesetzt hatte und die Tiere somit überall reichlich Wasserzugang hatten, mussten sie nicht mehr zwangsläufig zum Fluss kommen. Also, für mich steht fest, dass ich noch einmal wiederkommen muss, um die riesigen Elefantenherden mit eigenen Augen zu sehen.

Das Schöne an der Chobe Riverfront ist die Nähe zum Chobe Nationalpark, wo man Pirschfahrten im Safari-Jeep machen kann, oder man unternimmt eine Bootsfahrt auf dem Chobe River – mal eine ganz andere Art von Safari. Während unserer Boat-Cruise erlebten wir zwar keine Elefanten, dafür eine einzigartige Vogelwelt und eine aufregende Verfolgungsjagd mit einem Hippo – wirklich ein Highlight.

Mein Tipp: Machen Sie eine Foto-Safari mit Pangolin Photo Safaris. Mit etwas Glück sehen Sie auch einen Fischadler, der im Sturzflug auf seine Beute stürzt. Mit tatkräftiger Unterstützung Ihres Foto-Guides wird Ihnen die professionelle Kamera erklärt, die Sie nutzen dürfen, und Sie lernen etwas über Foto-Komposition. Absolut empfehlenswert und einzigartig! Die passende SD-Karte mit den eigenen Fotos darf man sogar anschließend mit nach Hause nehmen.

Danach ging es auf einen Kurztrip, um das Land selber kennenzulernen. Für meine Gruppe ging es in das abgelegene Nogatsaa Pans-Gebiet des Chobe Nationalparks, zu den Ghoha Hills im Savuti-Gebiet des Chobe Nationalparks sowie zum Mobile Camping in das Khwai Konzessionsgebiet – mit dabei der wohl beste Guide Botswanas!

Der Chobe Nationalpark ist der zweitgrößte Nationalpark Botswanas und weist die meisten Wildtiere auf. Dieser Nationalpark teilt sich in verschiedene Regionen auf: Chobe Riverfront, Nogaatsa, Savuti sowie Linyanti.

Unsere erste Safari-Nacht verbrachten wir in der Nogatsaa Pans Chobe Lodge, die sich im Herzen des Chobe Nationalparks befindet und außerhalb der Regenzeit grandiose Wildbeobachtungen direkt vor der Haustür bietet. Viele Tiere kommen direkt zum Wasserloch, ohne dass man auch nur die Lodge verlässt. Das Gebiet ist relativ unberührt und garantiert daher ein authentisches Erlebnis mit „Hides“ für einen tollen Blick auf offenes Grasland und Wasserlöcher. Bei der schönen und modernen Ausstattung der Lodge fühlt man sich direkt wohl. Während der Pirschfahrten im offenen Safarifahrzeug roch es angenehm nach Jasmin – einfach fantastisch.

Innerhalb des Chobe Nationalparks liegt auch das Savuti-Gebiet, wo wir unsere zweite Safari-Nacht verbrachten. Die Ghoha Hills Savuti Lodge befindet sich in idealer Lage am Rande der Ghoha Hills mit tollem Blick auf die Savuti Ebenen. Die erhöhte Position der Lodge garantiert eine spektakuläre 180° Sicht, die Zelte mit grandioser Aussicht sorgen für ultimativen Komfort. Im Pool, Fitnessraum oder Spa kann man nach einer aufregenden Pirschfahrt abschalten. 

Die Savuti-Region gehört mit zu den besten Wildbeobachtungsgebieten in Botswana. Für Großkatzen sind die Zebraherden, die hier jährlich durchziehen, die perfekte Beute und somit in großer Zahl vorhanden. So kamen wir bei Harvey’s Pan drei Löwen doch extrem nah und für mich ein unvergessliches Erlebnis!

Danach ging es für uns weiter, und wir flogen vom Savuti Airstrip nach Khwai, wo wir die nächsten zwei Nächte im Mobile Camp von Letaka Safaris verbrachten. Für mich bis dahin eine völlig neue Art Safari. Da wir uns hier außerhalb der Nationalparks befinden, dürfen Aktivitäten wie Nachtpirschfahrten, kurze Wanderungen und Mokoro-Ausflüge durchgeführt werden.

Das Mobile Camp, welches mitten in der Wildnis aufgebaut ist, bietet alles Notwendige. Die Zelte sind ca. 4×3 m groß mit einem ca. 2×3 m großem Vorzelt. Die hohen Campbetten sind mit bequemen Matratzen, Kissen und Bettzeug ausgestattet. Angrenzend an das Zelt befindet sich ein ensuite Badezimmer mit Plumpsklo und Eimerdusche. Das Wasser für die Dusche wird über dem Feuer von der Campmannschaft erhitzt.

Bei einer Mobile-Safari geht es nicht nur darum, die Tierwelt des Landes zu sehen, sondern auch um hautnahe Erlebnisse – so ziehen nachts auch schon mal Tiere umher, denn das Camp ist nicht eingezäunt. Intensiver kann man den Busch gar nicht erleben! Das heißt auch, dass man bei einem Regensturm schon mal nass werden kann. So wurden wir passend zum Dinner vom einem heftigen Regenschauer überrascht – absolut aufregend und belebend. 

Natürlich bedeutet Mobile Camping auch etwas Komfortverlust, doch für Abenteurer ist diese Art von Safari definitiv der beste Weg, um Afrika hautnah zu erleben. Das Schönste daran – man hat keinen Handyempfang!

Was die Tierwelt angeht, wurden wir in Khwai wirklich verwöhnt: Elefanten, Hyänen, Wildhunde, Leoparden, Löwen u.v.m.! Bei unserer Mokoro-Fahrt haben wir keine großen Wildtiere gesehen, dennoch war es eine tolle Erfahrung – sehr friedlich und ruhig. 

Nach 2 Tagen im Mobile Camp ging es für uns per Fahrzeug nach Maun, wo unsere Reise am Flughafen endete 

Für mich steht definitiv fest, dass ich nochmal zurückkommen muss, denn das Okavango-Delta steht noch auf meiner Bucket-Liste. Außerdem möchte ich noch unbedingt unterm Sternenhimmel schlafen auf den Makgadikgadi Salzpfannen. Denn wie wir alle wissen, gibt es in Afrika auf jeden Fall den schönsten Sternenhimmel!

Botswana unterscheidet sich durch Abgeschiedenheit und Exklusivität von seinen Nachbarländern, gilt auch heute immer noch eher als Geheimtipp und hat dadurch seinen ganz natürlichen Charme behalten. Dieses Land ist meiner Meinung nach nicht für die Schnelle geeignet, sondern etwas für die ganz große Reise! Botswana, das Juwel Afrikas, möchte entdeckt werden – auch von Ihnen!

Liebe Grüße,

Ihre Sarah Hostrup

Wussten Sie schon…?

  • Die sechs Folgen der Safari Brothers Serie von Nat Geo wurden in der Letaka Safaris-Basis in Maun sowie an vielen Orten in der Wildnis gedreht. Schauen Sie den Brüdern Brent und Grant über die Schulter, während sie ihr aufregendes Safari- und Guide-Trainingsbusiness leiten und auf ihren persönlichen Wunsch hinarbeiten, die Tiere zu retten und zu schützen.
  • Laut einer neuen Studie liegt die Wiege der Menschheit in Botswana. In dem Makgadikgadi-Okavango-Gebiet befand sich früher ein riesiger See (etwa doppelt so groß wie der heutige Victoria-Sees), wo unsere Vorfahren über einen Zeitraum von ca. 70.000 Jahren gelebt haben, bis sie durch klimatische Veränderungen gezwungen waren, in andere Gegenden abzuwandern.
  • Die Roberts Bird Guide App darf bei keinem Hobby-Ornithologen im Safari-Gepäck fehlen. Die App enthält Abbildungen, Verbreitungskarten, Fotos und sogar Vogelstimmen. Sie kann im Busch und an entfernten Orten verwendet werden, da keine Internetverbindung erforderlich ist. Daher ist sie prädestiniert für Safaris.
  • Afrikanische Wildhunde sind sehr gute Jäger. Die Erfolgsquote liegt bei fast 90%.
  • Das Okavango-Delta gehört seit 2014 zum UNESCO-Welterbe. In dem Gebiet schließen sich unzählige Wasserwege zu Lagunen zusammen und bilden das größte Binnendelta der Welt. Während der Regenzeit kann das Gebiet 20.000 Quadratkilometer umfassen und ist damit so groß wie Rheinland-Pfalz. Die riesigen Ausmaße sind selbst aus dem Weltraum erkennbar.
  • Wer schon immer mal wie ein Safari-Guide agieren und leben wollte, kann dies in der African Guiding Academy in Botswana tun. Der 7-tägige Wildnis-Überlebenskurs ist keine typische Safari mit Gin & Tonic bei Sonnenuntergang. Er ist für aktive Buschbegeisterte gedacht, die genau wissen, was sie wollen – Ärmel hochkrempeln und mitten im Geschehen sein.

Jeder hat schon mal was von der Großen Tiermigration in Ostafrika gehört. Doch Afrika hat eine neue und weniger bekannte Migration, und die ist in Botswana! In der zweitgrößten Zebra-Migration der Welt ziehen jedes Jahr fast 30.000 Tiere zwischen dem Okavango Delta und den Makgadikgadi Salzpfannen umher, auf der Suche nach frischem Gras. Diese Gewohnheiten wurden erst kürzlich im Jahr 2012 entdeckt. Die Wissenschaftler waren erstaunt, dass einige Zebras von Chobe – nahe der Namibia-Botswana Grenze – via Savuti in das Makgadikgadi-Gebiet wandern. Dies ist eine Strecke von fast 500 km und damit die längste aller registrierten Säugetierwanderungen in Afrika.

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