
Raus aus dem Alltag, rein in den Dschungel! Die Zivilisation verblasst, während wir uns tiefer in den dichten Regenwald wagen und uns den Berggorillas in Ruanda und Uganda gegenüberstellen. Ein atemberaubendes Erlebnis, das Sie nicht verpassen sollten! Lesen Sie über unsere Erfahrungen und Tipps zum Gorilla Trekking in Afrika, um perfekt vorbereitet für Ihr Gorilla Trekking zu sein!
Gorilla Trekking in Ruanda
Ankunft in Kigali
Als wir in Ruandas Hauptstadt Kigali ankamen, wurden wir sofort von der lebendigen Atmosphäre der Stadt mitgerissen. Frauen in bunten Kleidern und fröhliche Kinder, die uns zuwinkten oder sogar für uns tanzten. Einige riefen uns "Muzungu" zu, was so viel heißt wie "der, der schnell umhergeht" und eine freundliche Bezeichnung für weiße Touristen ist. Am Flughafen lernten wir zuvor unseren sehr aufgeschlossenen Guide Olivier kennen, der uns gleich zu unserem Hotel brachte. Auf dem Weg dahin konnten wir erste Eindrücke dieser faszinierenden Metropole sammeln.
Unser Tipp: Das Park Inn by Radisson Kigali in Ruanda ist das perfekte Hotel, um nach dem Flug eine Nacht zu entspannen. Es ist sehr komfortabel und zentral gelegen, um nach Ihrer Ankunft Sehenswürdigkeiten wie das sehr eindrucksvolle Kigali Genocide Memorial zu besichtigen.
Ein bezaubernder Halt am Kivu See
Am nächsten Morgen fuhren wir auch schon von Kigali aus Richtung Volcanoes Nationalpark, mit einem Zwischenstopp am bezaubernden Kivu See. Je weiter wir uns von der Hauptstadt entfernten, desto beeindruckender wurde die Landschaft: sanfte Hügel, grüne Felder und majestätische Vulkanberge zeichneten ein wunderschönes Bild, während in Oliviers Radio traditionelle Musik spielte.

Am Kivu See angekommen, hatten wir Zeit, uns eine ausgiebige Pause an einem wunderschönen Strand zu genehmigen und den Ausblick auf die glitzernde Oberfläche des Sees zu genießen. So konnte der Urlaub beginnen!
Nach ungefähr 3 Stunden Fahrt kamen wir schließlich in unserer Lodge am Volcanoes Nationalpark an und gönnten uns auf der Terrasse unseres bezaubernden Bungalows der Mountain Gorilla View Lodge einen Sundowner - mit Ausblick auf die Virunga-Vulkane!

Das Trekking: In den Bergen von Ruanda
Der Aufbruch
Am nächsten Morgen war es soweit und wir packten noch vor Sonnenaufgang unsere Rucksäcke: Wasserflaschen, regenfeste Kleidung, festes Schuhwerk und etwas Proviant waren dabei. Die Kamera durfte auch nicht fehlen! Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden wir in eine Gruppe von acht Personen eingeteilt.
Am besten ist es, das Gorilla-Trekking Permit direkt über die Lodge zu buchen, bei der Sie unterkommen. Die Nationalparks sind sehr groß und wenn man Pech hat, muss man durch den ganzen - oft schlammigen - Nationalpark fahren, bevor man am Treffpunkt zum Trekking ankommt!

Unsere Guides Kamanzi und John stellten sich zu Beginn vor und erklärten den Ablauf des Gorilla-Trekkings. Kamanzi erklärte, dass Gorillas in Gruppen von 5 bis 20 Individuen leben und verwies uns auf die Verhaltensregeln im Regenwald. Über Walkie-Talkie hielt er Kontakt zu einem Spotter, der bereits unterwegs war, um die Gorillafamilien aufzuspüren.
Jede Trekking-Gruppe wird einer Gorilla Familie zugeteilt. Wir bekamen die Susa-Familie, die für ihre kleinen Zwillingsgorillas Byishimo und Impano bekannt ist. Das machte es noch aufregender!
Und dann ging die Wanderung zu den sanften Riesen los. Der Trek führte uns durch dichten Regenwald mit unglaublichen Ausblicken auf die umliegenden Vulkane. Kamanzi und der Spotter informierten sich regelmäßig über Funk und nach 2 Stunden wandern war es soweit! Wir legten unsere Sachen ab und folgten unseren Guides vorsichtig tiefer ins Dickicht.
Es ist soweit! Die Begegnung
Und dann standen sie vor uns: Nur wenige Meter entfernt saß ein riesiger Silberrücken und seine Familie. Zwei mittelgroße Jungtiere tollten durch das Gestrüpp, das mussten die Zwillinge sein! Die älteren Gorillas sammelten sich ruhig um ihren Anführer herum und musterten uns neugierig aus sicherer Entfernung. Der gegenseitige Respekt war spürbar - doch wir wurden geduldet. Byishimo und Impano schien das Ganze wenig zu beeindrucken. Im Gegensatz zu den älteren Gorillas konzentrierten sie sich ganz auf sich selbst und neckten sich gegenseitig. Eine Sorglosigkeit, die ansteckend war!

Wir hatten eine Stunde Zeit, um uns in unmittelbarer Nähe der Familie aufzuhalten, Fotos zu machen und über ihr Verhalten zu lernen.
Zum Schluss fiel es mir schwer, von ihnen Abschied zu nehmen und den Rückweg anzutreten. Meine Beine zitterten noch vom Adrenalin dieses einzigartigen Moments, während die Guides uns sicher zu unserem Gepäck zurückführten. Dort hatten wir Zeit für eine kleine Pause, in der Kamazi uns fragte, ob wir den Silberücken erkannt hätten und was uns aufgefallen sei. Er erzählte über das Verhalten der Gorillas und warum der Schutz ihrer Art so wichtig ist. Wir haben viel gelernt!

Die Wanderung zurück zur Lodge ging deutlich schneller und den Rest des Tages ließen wir mit gutem Essen und einem atemberaubenden Sonnenuntergang ausklingen.
Aber damit nicht genug…
Denn unsere Reise endete hier noch nicht: In Ruanda erkundeten wir später noch den Nyungwe-Wald mit seinen Schimpansenpopulationen und wagten uns auf den 70 Meter hohen Canopy Walk, von dem wir lauter Affen und bunte Vögel in den grünen Baumwipfeln beobachten konnten.
Mehr Inspiration zu Sehenswürdigkeiten und Nationalparks finden Sie im Blog “Die schönsten Nationalparks in Uganda und Ruanda”.
Nach 7 erlebnisreichen Tagen in Ruanda verabschiedeten wir uns herzlich von Olivier und setzen am Grenzübergang Cyanika unser Abenteuer nach Uganda fort, denn wir hatten noch nicht genug von diesen so selten Tieren!
Gorilla Trekking in Uganda
Reisen nach Uganda: der Grenzübergang
Nach der Überquerung des Cyanika Grenzübergangs erreichten wir Uganda. Hier ging es als Selbstfahrer-Tour weiter. Die Dörfer, durch die wir fuhren, waren kleiner und weniger dicht bewohnt, aber ebenso lebendig wie die in Ruanda. Nach unserer Ankunft in der Lodge im Bwindi Impenetrable Forest National Park genossen wir die erste Nacht und lauschten dem nächtlichen Urwald, bevor wir uns am Morgen erneut auf die Suche nach den Berggorillas machten.
Wir können das Gorilla Mist Camp sehr empfehlen, da es uns nicht nur mit der perfekten Lage im Nationalpark, sondern auch mit einem unglaublichen Ausblick und toller Gastfreundschaft überzeugt hat!

Die Begegnung im Nationalpark in Uganda
Aufbruch
Am frühen Morgen stand das Frühstück für uns schon bereit und unsere Rucksäcke waren gepackt. Wir waren ebenso aufgeregt wie beim letzten Mal. Diesmal haben wir ein Gorilla Permit für eine private Trekking Tour gebucht, um eine noch intimere Beobachtungsmöglichkeit der Gorillas zu erleben. Unser Ranger Paul erklärte uns, dass wir der Bitukura-Gruppe begegnen würden, die im Jahr 2007 im Ruhinja-Sektor des Nationalparks habituiert wurde und vor allem für ihre verspielten Familienmitglieder bekannt sei. Daraufhin starteten wir erneut in den dichten Regenwald, diesmal im Bwindi Nationalpark. Auch Paul wurde unterstützt von einem Spotter, der bereits frühzeitig nach der Gorillafamilie suchte.

Die Wanderung in Uganda war deutlich anspruchsvoller als in Ruanda. Vor unserer Buchung wussten wir nicht, dass es verschiedene Schwierigkeitsgrade je nach Region im Nationalpark gibt. Mehr Informationen dazu finden Sie unten bei unseren Tipps.
Das Dickicht des Dschungels machte jeden Schritt zur Herausforderung und ließ uns die wilde Natur intensiv spüren. Zwischendurch konnten wir an steilen Abhängen die unglaublich vielfältigen Landschaften erblicken, die sich über den riesigen Park erstrecken. Nach bereits zwei Stunden der Wanderung meldete sich der Spotter über das Walkie-Talkie bei Paul und erklärte, dass es einen Streit innerhalb der Bitukura Familie gab und wir warten müssen. Es sind nun mal Menschenaffen…
Diese Pause nutzten wir für einen kurzen Snack und etwas Wasser. Ab und zu konnten wir die streitende Gorillas sogar hören! Nach etwa 20 Minuten hatten sie sich beruhigt und für uns ging es weiter.
Direkt neben den Berggorillas!
Wir folgten dem Pfad des Guides, bis wir ganz nah das Atmen und Schmatzen der Gorillas hören konnten. Paul hielt uns an und bedeutete, uns ruhig und vorsichtig zu verhalten. Nur wenige Schritte von uns entfernt saß eine Gorilla-Dame, die uns musterte und genüsslich an einer Rinde nagte.

Wir durften uns vorsichtig hinsetzen, um die Familie zu beobachten und genossen die Ehre, von diesen sanften Tieren geduldet zu werden. Nachdem wir uns lange gegenseitig betrachteten, schienen die Gorillas genug zu haben und machten sich auf den Weg, ohne uns dabei aus den Augen zu verlieren. Auch für uns war es an der Zeit, sie in Ruhe zu lassen. Wir entfernten uns langsam von den Tieren, zurück ins Unterholz des Dschungels.
Diese unglaubliche Begegnung war geprägt durch eine unheimliche Ruhe und Verbundenheit mit der Natur und den Gorillas. Wir denken oft daran zurück.
Beide Trekkings waren ganz einzigartig und kaum vergleichbar und wir hätten keine der beiden missen wollen!
In den folgenden Tagen erkundeten wir noch weitere Highlights Ugandas. Wir begaben uns auf eine aufregende Safari im Queen Elizabeth Nationalpark und genossen eine Bootstour auf dem Kazinga-Kanal, bevor unsere Reise endete und es Zeit wurde, am Entebbe Airport einzuchecken.
Unsere Tipps für die beste Gorilla Trekking Erfahrung
Ob Gorilla Trekking in Uganda oder Ruanda: Es ist ein einzigartiges Abenteuer, das Ihnen die Gelegenheit bietet, den majestätischen Berggorillas in ihrem natürlichen Lebensraum zu begegnen. Unsere Reise hat uns gezeigt, wie wir das Beste aus diesem Erlebnis herausholen und gleichzeitig die Tiere schützen können.
Das sind unsere Tipps für Ihr Erlebnis mit den Berggorillas:
- Gesundheit der Gorillas:
An erster Stelle sollte immer der Schutz der Gorillas stehen. Dies gelingt am besten, wenn Sie als Besucher den Anweisungen des Guides aufmerksam folgen und respektvoll mit dem Wald und den Tieren umgehen. Dazu gehört auch umweltfreundliches Reisen, wobei der Blog über “plastikfreies Reisen” eine große Hilfe war!
- Frühzeitig Buchen
Das Tracking ist sehr gefragt und die Gorilla Permits sind limitiert. Um einen Platz zu sichern, sollten Sie das Permit mindestens 3 bis 6 Monate im Voraus buchen, besonders in der Hochsaison. Uns hat sowohl die gemeinschaftliche, als auch die private Tour sehr viel Spaß gemacht.
- Lodge und Trekking abstimmen!
Die Nationalparks sind sehr groß, daher sollten der Standort der Lodge und der Treffpunkt für Trekkingtour abgestimmt sein. Das geht, indem Sie zum Beispiel direkt über die Lodge das Permit buchen. Im Blog “Die 10 besten Unterkünfte in Uganda und Ruanda” erhalten Sie einen hilfreichen Überblick über Unterkünfte für Ihre Reise.
- Trekking-Option nach Schwierigkeit wählen
Nicht alle Gorilla Trekkings sind gleich. In Uganda und Ruanda gibt es verschiedene Schwierigkeitsgrade, die je nach Fitnesslevel und Erfahrung variieren. Für eine individuelle Beratung steht Ihnen das Severin Travel Team jederzeit zur Verfügung. Zum Kontaktformular.
- Was sollte man mitnehmen?
Die richtige Ausrüstung ist entscheidend, um das Trekking komfortabel und sicher zu gestalten: Mit wasserfester und langärmeliger Kleidung, festen Wanderschuhen und einem Rucksack mit Trinkwasser und Proviant sollten Sie bestens vorbereitet sein. Finden Sie am besten frühzeitig heraus, wie man Ihre Kamera leise stellt, um die Gorillas nicht zu stören. Am Abend vor der Trekking-Tour oder am Morgen selbst findet außerdem ein Briefing statt und das Personal vor Ort war auch immer sehr hilfsbereit.
- Wann ist die beste Reisezeit?
Die beste Reisezeit für Gorilla Trekkings ist während der Trockenzeit, die in beiden Ländern von Juni bis September und von Dezember bis Februar. Aber selbst zur Regenzeit kann die Begegnung mit den Gorillas aufregend sein und hat einen ganz besonderen Charme!
- Gute Vorbereitung ist der Schlüssel
Die Auswahl der richtigen Lodges und die Planung der Fahrten zwischen den Nationalparks sind ebenfalls wichtig, da sie das Reiseerlebnis vollkommen machen. Hier finden Sie alle Informationen zur Reisevorbereitung und hilfreiche Reisetipps für Uganda und Ruanda.
Wir haben uns von dem Severin Travel Team individuell beraten lassen und konnten so unsere Reise nach eigenen Vorstellungen und Wünschen planen. Wenn auch Sie Ihre Reise individuell und unverbindlich planen möchten, klicken Sie hier.